BMDS präsentierte Gigabitförderung auf der ANGA COM 2026 in Köln
© Florian Schuh
Vom 19. bis 21. Mai 2026 präsentierte sich das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) mit einem Stand zur Gigabitförderung auf der ANGA COM in Köln. Im Fokus des diesjährigen Auftritts standen die wesentlichen Neuerungen des aktuellen Förderaufrufs sowie die Maßnahmen zur Entbürokratisierung und Verfahrensbeschleunigung, die den Glasfaserausbau in Deutschland weiter voranbringen sollten.
Die ANGA COM zählte zu den bedeutendsten europäischen Fachmessen für Breitband, Kabel und Satellit. Als zentraler Treffpunkt für Telekommunikationsunternehmen, Infrastrukturbetreiber, Kommunen und politische Akteure bot die Messe einen geeigneten Rahmen, um die Gigabitförderung des Bundes vor einem breit aufgestellten Fachpublikum zu positionieren. Neben dem Gigabitausbau prägten in diesem Jahr die Themen Künstliche Intelligenz, Regulierung, digitale Resilienz und Cybersicherheit die inhaltliche Agenda der Messe.
Ein Zeichen von ganz oben
Besonderes Gewicht erhielt der Messeauftritt durch den Besuch von Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger. Seine Botschaft auf der Messe stellte die Vorteile der Glasfaser klar heraus: schneller, stabiler und sicherer als jede Alternative. Die Entbürokratisierung des Förderverfahrens und die Digitalisierung von Prozessen sollten den Ausbau beschleunigen – mit dem erklärten Ziel, den Anteil der versorgten Haushalte von 55 Prozent auf mindestens 75 Prozent bis zum Ende der Legislaturperiode zu steigern. Die Herausforderungen benannte Wildberger dabei offen: zurückhaltende Nachfrage, ein anspruchsvolleres Finanzierungsumfeld und knappe Kapazitäten. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich: Die mittel- und langfristige Perspektive dieses Marktes wurde aus seiner Sicht unterschätzt. In der Branche war viel in Bewegung – regulatorisch, industriepolitisch und auf der Nachfrageseite. Was an Glasfaser gebaut wurde, bildete die Grundlage für Anwendungen von morgen – KI, Echtzeitsteuerung und vernetzte Medien. Die Nachfrage erschien absehbar; entscheidend blieb, wer ihr gewachsen war.
Neuerungen im Förderverfahren im Mittelpunkt
An allen drei Messetagen präsentierte das Team der Gigabitförderung am Stand die zentralen Änderungen des aktuellen Breitbandförderprogramms (BFP 2026). Im Vordergrund standen konkrete Vereinfachungen im Antrags- und Umsetzungsverfahren, die den Zugang zur Bundesförderung für Kommunen und Zuwendungsempfänger erleichtern sollten. Zahlreiche Kommunen, Projektträger sowie Fördermittelberaterinnen und -berater nutzten die Gelegenheit, offene Fragen direkt mit den zuständigen Expertinnen und Experten zu klären und den Stand der eigenen Vorhaben zu erörtern.
Ein eigens vorgesehenes Format am Stand ermöglichte darüber hinaus den persönlichen Austausch mit der Gesamtprojektleitung. In einer offenen Sprechstunde sowie einem moderierten Fachgespräch standen Ulf Freienstein und sein Team für Fragen zu Best Practices und aktuellen Herausforderungen im geförderten Glasfaserausbau zur Verfügung. Ergänzt wurde das Standprogramm durch einen gesonderten Vortrag zum Thema „Homes Passed“, in dem erläutert wurde, wie mit diesem Konzept im Rahmen von Förderprojekten umzugehen war.
Fachliche Beiträge im Konferenzprogramm
Über den Stand hinaus brachte sich das BMDS aktiv in das offizielle Konferenzprogramm der ANGA COM ein. Tim Brauckmüller sprach auf der Innovation Stage über aktuelle Entwicklungen in der Gigabitförderung des Bundes und stellte den Rahmen des neuen Förderaufrufs vor. Zugleich nahm er an einem hochkarätig besetzten Panel zu Fragen der Cybersicherheit und digitalen Souveränität teil – einem Thema, das angesichts der zunehmenden Regulierungsanforderungen im Telekommunikationssektor von wachsender Relevanz für Netzbetreiber und Infrastrukturprojekte war. Widar Wendt moderierte eine Veranstaltungsreihe mit Impulsvorträgen zu den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz im Glasfaserausbau – von automatisierten Messtechnik-Lösungen bis hin zu geo-basierten Planungsansätzen.
Interaktive Formate und Dialog am Stand
Auch auf der ANGA COM setzte der Messeauftritt auf dialogorientierte Vermittlung. Eine interaktive Polling-Station lud Besucherinnen und Besucher ein, ihre Einschätzungen zu aktuellen Fragen rund um den Glasfaserausbau einzubringen – von den entscheidenden Hebeln zur Beschleunigung des Gigabitausbaus über relevante Themen im Glasfasermarkt bis hin zur gesellschaftlichen Wirkung gigabitfähiger Infrastruktur. Die täglich wechselnden Fragestellungen schufen einen natürlichen Gesprächseinstieg und spiegelten das breite Interessenspektrum des Messepublikums wider.
Ein transparenter Multitouch-Screen vermittelte zentrale Kennzahlen und Zielsetzungen der Gigabitförderung visuell und interaktiv, während zwei in die Messewand integrierte Screens kompakte Informationen zum aktuellen Förderaufruf und seinen Rahmenbedingungen bereitstellten.
Die ANGA COM als Bühne für den Glasfaserausbau
Die ANGA COM 2026 bestätigte ihre Bedeutung als zentrale Plattform für die Zukunft digitaler Infrastrukturen in Deutschland und Europa. Für das BMDS bot die Messe einmal mehr die Gelegenheit, die Gigabitförderung als verlässliches Instrument des Bundes im Bewusstsein der relevanten Akteure zu verankern – und den direkten Dialog zwischen Förderlogik und Umsetzungspraxis zu führen. Dass der Minister dabei selbst vorbeikam, setzte ein deutliches Zeichen: Der Glasfaserausbau stand auf der politischen Agenda ganz oben.

